Kunsthaus Diaspora

Gruppe Tacheles: Geschichte wird gemacht
Die Gruppe Tacheles bietet der HSH Nordbank 2,84 Mio. € für das Tacheles-Gebäude (1253qm Grundfläche) und zusätzliche 1000qm Hoffläche. Ziel ist es, das Areal für alle derzeitigen und künftigen Künstler und Nutzer zu erhalten und dringend notwendige Investitionen in den Aufbau neuer Werkstätten und Ateliers und die Verbesserung der Infrastruktur zu leisten. Heizung, Wasser, Gebäudereinigung und Müllabfuhr wird es dann auch wieder im gesamten Tacheles geben.
Monatlich sind Mieten und Einnahmen von rund 20000€ erforderlich, um für den Kauf über 20 Jahre aufgenommene Kredite abzuzahlen und das Haus in eine gemeinnützige Stiftung zu verwandeln. Die Künstler müssen mit keiner großen Mieterhöhung rechnen und tragen mit ihren Mieten dazu bei, dass das Haus nach zwanzig Jahren der Öffentlichkeit gehört. Rauswürfe wird es – anders als vom Tacheles e.V. geplant –  keine geben. Künstler wie Tim Roeloffs, Barbara Fragogna, Txus Parras, Kihs Eins, Ludwig Eben, Alexander Rodin, Reza Mashoodi, Hüseyin Arda, Kemal Cantürk, Pete Missing, Mediengruppe Telekommander und viele andere sind das künstlerische Gesicht des Tacheles…


Die Konzentration aller Funktionen in einer Hand hat das Tacheles in die Krise geführt. In Zukunft werden Geschäftsführung, Kuratorium, Vermieter und Presseabteilung getrennt, arbeiten autonom und müssen über ihre Arbeit öffentlich gegenüber den Tachelesen Rechenschaft ablegen. Machtkonzentration muss bereits strukturell, durch Autonomie und Professionalisierung der einzelnen Bereiche und Funktionen, verhindert werden.
Künstlerische Projekte werden gefördert. Über die Mittelverteilung entscheidet ein inhaltlich unabhängiges, gewähltes Kuratorium, das gemeinsam mit der Geschäftsführung Akquisestrategien entwickelt und über Mittelverwendung öffentlich Rechenschaft ablegt. Kultur- und Atelieraustausch auf internationaler Ebene werden wieder vertieft. Lebhafter Diskurs zu Themen der Kunst, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Politik soll endlich wieder mit Veranstaltungen gefördert werden.
Der Theaterbereich wird nach zehn Jahren Stillstand wieder in Betrieb genommen.
Die Auseinandersetzung um kontroverse Positionen muss im Tacheles endlich wieder als ergebnisorientierte Diskussion statt über private Beschimpfung geführt werden. Unsere Webseiten www.kunsthaus-tacheles.de und www.tacheles.info stehen allen Tachelesen bereits jetzt für Wortmeldungen zur Verfügung. Die Presseabteilung muss endlich wieder neutral gegensätzliche Standpunkte und künstlerische Positionen dokumentieren, statt als Partei missbraucht zu werden. Der Vermieter muss sich endlich wieder um Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung des Hauses kümmern, statt nach politischen Kriterien die Verträge zu kündigen, Müllberge anzutürmen und im Dauernotbetrieb Atelierflächen an Import-Schmuckhändler und Schwarzbars zu vermieten. Die Geschäftsführung soll sich endlich wieder – in Zusammenarbeit mit den Künstlern – darum kümmern, Mittel für Kunst und Projekte zu akquirieren und darüber öffentlich Rechenschaft ablegen. Die Durchwurschtelei, finanzielle Vertuschung und Dauerzwist der letzten Jahre war für alle Tachelesen unerträglich und für das Publikum eine Zumutung.
INSTITUTION
Das Kunsthaus Tacheles ist ein selbstbestimmtes, kollektives Kunst- und Veranstaltungszentrum in der Oranienburger Straße im Berliner Ortsteil Mitte. Es nutzt ein vor dem Abriss gerettetes Gebäude eines ehemaligen Kaufhauses.
PHILOSOPHIE
Das Kunsthaus Tacheles ist ein offenes Haus. Jenseits von Marktkonjunkturen wird hier in öffentlichen und selbstverwalteten Räumen und Freiflächen die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und globalen Prozessen in Politik und Wirtschaft gesucht, werden künstlerische Arbeits- und Lebensweisen ausprobiert, mediale Formate geprüft, erweitert und gesprengt.
Das Tacheles ermöglicht Künstlern mit eigenen Arbeits-, Ausstellungs- und Performancemöglichkeiten künstlerisch freies Arbeiten und Ausstellen – ein kritisches Pendant zum Kunstmarktboom in Berlin-Mitte.
Mit Ausstellungen, Lesungen, Theater und Performance, Musik- und Club-Veranstaltungen werden Künstler aus aller Welt mit Freiräumen unterstützt und wichtige Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunst und Musik jährlich rund 400000 Besuchern aus aller Welt vorgestellt.

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