Urban-art-museum eröffnet im september

Am 16. September 2019 bekommt Schöneberg ein neues Museum für zeitgenössische Straßenkunst – Direktorin Yasha Young erklärt das Projekt. NANTKE GARRELTS
Nach Ende der Umbauarbeiten soll das Museum einmal so aussehen.
Nach Ende der Umbauarbeiten soll das Museum einmal so aussehen. Von den U-Bahngleisen fliegt man in ein Gebäude, sieht riesige Gemälde an den Wänden, Köpfe mit übergroßen Augen, ein Gewusel aus Menschen und Tieren, alles mit Sprühfarbtupfern garniert.

Was stutzig macht: Die meist großflächigen Streetartbilder sind in der Videoanimation „From Vision to Reality“ eben nicht auf Gebäuden zu sehen, sondern in einem eigens dafür gebauten Museum. „Gehört denn Straßenkunst ins Museum?“, fragt man sich da. Ja, gehört sie, findet Yasha Young. Kunst aus dem Museum auf die Straße und die Straßenkunst ins Museum holen — das treibt die Kuratorin von Urban Nation an.

Seit fünf Jahren plant sie ihr Herzensprojekt, ein eigenes Museum für moderne urbane Kunst. Dabei will sie nicht einfach Graffiti und Streetart ins Museum holen — das ist ihr wichtig. „Streetart-Künstler arbeiten ja auch drinnen“, stellt sie klar. Deswegen werden sich ab dem 16. September auch Leinwände, gefundene Objekte und Stahlinstallationen an den Wänden und in den Räumen des Eckhauses an der Bülowstraße 7 ausgestellt.
Ein Team aus acht Kuratoren hat Young rekrutiert, zehn thematische Bereiche geben den Räumen ihre Struktur. „Wir haben versucht, einen Überblick über die relevanten Künstler zu schaffen, aber auch die jungen, aufstrebenden Künstler zu kuratieren“, erklärt Young ihre Ambition. Da finden sich nicht nur klassische textbasierte und figurative Kunst, sondern auch abstrakte Werke und Techniken verschiedenster Art. Denn urbane Kunst ist so viel mehr als das hastig an die Wand gesprühte Graffiti, der großflächige stilisierte Kopf oder die freche Banksy-Ratte. „Wir finden hier viele Techniken wieder, die man auch auf der Straße findet: Auch da arbeiten die Künstler zum Beispiel mit Öl und Acryl“, so Young.
Den Übergang von der Straße ins Museum fließender gestalten die Skulpturen, die am Eröffnungswochenende auf der Bülowstraße aufgestellt sein werden. Vom Nollendorfplatz bis zur Frobenstraße soll sich die Kunstmeile erstrecken. Einige davon werden bleiben können, ansonsten konzentriert sich die Ausstellung aber auf die Museumsräume.
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